Info Gesundheit - die Wachstumsphase
der Deutschen Dogge
|
| zurück zur Auswahl Gesundheit |
Sie haben sicherlich schon öfters gehört, die Deutsche Dogge sei ein empfindlicher Hund? Das ist nicht ganz falsch, vor allem was die Wachstumsphase betrifft. Unser kleiner Welpe, der bei der Geburt etwa 600g wog, wird im laufe seines ersten Lebensjahres sein Gewicht verhundertfachen. Dies stellt natürlich enorme Anforderungen an den Organismus, und wir müssen im Wachstum unsere Dogge gut im Auge behalten, um sie bestens zu versorgen. Das ist deshalb so wichtig, weil die Fehler, die wir jetzt begehen, unserer Dogge vielleicht einen lebenslangen Schaden zufügen kann. Worauf müssen wir für ein gesundes Wachstums unseres Riesens achten? Zwei Faktoren sind hier von grösster Wichtigkeit: die Ernährung und eine gesunde Lebensweise -> Die Ernährung der wachsenden Dogge: Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Welpen zu ernähren: mit industriel gefertigtem Trockenfutter, mit Selbstgekochtem oder mit B.A.R.F. (= Biologically Appropriate Raw Food = biologisch angemessenes Rohfutter) und solange die verschiedenen Nähstoffe im richtigen gleichgewicht vorhanden sind, ist mit Sicherheit jede der drei Möglichkeiten in Ordnung. Ich persönlich habe mich für ein Trockenfutter hervorragender Qualität entschieden. Es ist hier wichtig auf die Qualität zu achten, denn man kann sowohl sehr gutes wie auch einfach nur minderwertiges Trockenfutter auf dem markt finden. Der Grund für meine Entscheidung zum Trockenfutter ist, dass ich auf diese Weise ganz sicher die Zusammensetzung des Futters kenne. Es ist eine vollwertige und ausgewogene Ernährung, die mir ermöglicht sie auf die jeweilige Lebensphase des Hundes anzupassen, ohne dass ich mich in wissenschaftliche Berechnungen stürzen müsste. Theoretisch kann man dasselbe Ergebnis mit Selbstgekochtem oder B.A.R.F. erhalten, aber dazu muss man den genauen Nährwertegehalt seiner Zutaten kennen und in der Lage sein diesen durch Ergänzungsfuttermittel auszugleichen. Das ist etwas kompliziert und kann leicht zu Fehlern führen, vor allem für einen Welpen, der immer recht empfindlich gegenüber Mangel oder Überschuss in der Ernährung ist. Während des Wachstums werden wir auf einen ausgewogenen Calcium-Phosphor-Haushalt achten. Ausser auf die absoluten Mengen, ist es weiterhin wichtig auf das Verhältnis dieser Mineralien zu achten. Man hört oft, dass Calcium...viel Calcium...für das Knochenwachstum notwendig sei, aber das ist so nicht richtig! Wie schon erwähnt, kommt es auf das Verhätnis von Ca/P an. Durch eine Überversorgung mit Calcium stärkt man nicht den Knochen, sondern führt im Gegenteil zu seiner Demineralisierung und schwächt ihn somit. Das richtige Verhältnis für eine Wachsende Dogge liegt für Ca:P zwichen 1,6:1 bis 2:1. Desweiteren braucht der Knochenaufbau auch Vitamin D, aber dieses ist im Fertigfutter ausreichend vorhanden, und findet sich ansonsten kostenlos vor Ihrer Haustür: im Sonnenlicht! Gehen sie also ruhig täglich mit Ihrem Welpen an die frische Luft und in die Sonne. Ein weiterer Faktor, der das Wachstum unseres Welpen beeinflusst, ist der Proteingehalt seines Futters. Proteine werden zur Ernergielieferung und für den Muskelaufbau benötigt, aber auch hier darf man nicht übertreiben. Ein zu hoher Proteingehalt führt zu schnellem Wachstum, mit Zunahme der Muskelmasse und des Gewichts. Eine zu schnelle Gewichtszunahme kann aber das wachsende und noch empfindliche Skelett überfordern und zu Gelenksveränderungen führen. Eine Deutsche Dogge wächst sowieso schon viel und schnell, also ist es nicht nötig dies noch zu beschleunigen und zu intensivieren. Das Knochenwachstum der Dogge ist erst mit 15 Monaten abgeschlossen, und die Muskelmasse nimmt noch bis ca. 2 Jahre zu: wir können unserer Dogge also getrost die Zeit zum wachsen lassen, die sie braucht! -> eine gesunde Lebensweise: Die Muskeln, Bänder und Sehnen sind Teil des Bewegungsapparates und umschliessen und stützen das Skelett, wie ein Korsett. Um seine Muskeln auszubilden, muss der Hund aber Bewegung haben. Auch wenn man dazu neigen könnte, seinen Doggenwelpen überzubehüten, aus Angst er könne sich weh tun, oder seine Gelenke zu stark beanspruchen, halte ich es nicht für ratsam ihn zu sehr in seiner Bewegung einzuschränken. Der Welpe braucht die Bewegung um seinen Energieüberschuss abbauen zu können, und um zu lernen, seine Bewegung zu koordinieren. Je nachdem, wie der Welpe bei seinem Züchter aufgewachsen ist, muss er vielleicht langsam an Spaziergänge gewöhnt werden, aber mit 3 Monaten sollte er in der Regel durchaus in der Lage zu sein, ein Stündchen durch Wald und Wiesen zu spazieren! Das stärkt auch sein Herz-Kreislauf-System. Und wenn sie den Eindruck haben, Ihr Welpe ermüdet, dann legen Sie einfach eine kleine Rast ein... Natürlich heißt es hier, wie bei der Ernährung, nicht zu übertreiben; Sie sollen mit Ihrer kleinen Dogge keine Berggipfel erklimmen, aber wenn Sie einen Blick in das Photo-Album "Gebirge 2008" werfen, werden Sie feststellen, dass wir mit Bélouga und Berlioze im Alter von 6 Monaten schon Pyrénäenwanderungen unternommen haben. Aber auch wenn wir stundenlang auf Wegen mit starker Steigung gewandert sind, haben wir darauf geachtet keine zu schwierigen Wanderungen vorzunehmen, und den Rhytmus Menschen und Hunden jeden Alters anzupassen! Wovon ich hingegen abrate, ist, die junge Dogge zum Joggen oder Radfahren mitzunehmen. Die Gelenksbelastung ist hierbei zu groß und zu intensiv, das Tempo zu hoch und anhaltend. Ausser den regelmässigen Spaziergängen, die auch dazu dienen, den jungen Hund an verschiedene Situationen zu gewöhnen, darf der Doggenwelpe natürlich auch nach Lust und Laune im Garten spielen. Ich würde dies nur dann einschränken, wenn Ihr Welpe mit anderen Hunden zusammenlebt, und die Spiele zu wild und andauernd sind: in solch einem Fall ist es ratsam einzuschreiten, wenn es zu wild wird, und die Tobezeiten zeitlich zu begrenzen.
|