Der Vorfall der
Harderschen Drüse stellt eine Verlagerung der oberflächlichen
Tränendrüse der Nickhaut dar, wobei sie vor den Rand der Nickhaut fällt
und wie eine kleine Kirsche aussieht (wird daher auch "Cherry-eye"
genant). Sie kommt in der Regel bei jungen Hunden vor, die meist jünger
als ein Jahr alt sind. Diese Tränendrüse produziert ungefähr 30% der
Tränenflüssigkeit.
Es gibt verschiedene Operationstechniken um die Drüsenverlagerung zu
beheben, aber es sollten im Idealfall die Drüse und ihre
Tränenproduktion erhalten bleiben. Verschiedene Methoden sind schon
beschrieben worden, aber ich werde hier nur die
Technik beschreiben, bei der die Drüse in eine Hauttasche
versenkt wird. Dies ist vermutlich die gängigste Technik, bei
der die Drüse vollständig erhalten bleibt.
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Wie erkennt man einen
Vorfall der Harderschen Drüse?
Das auffälligste Symptom
ist das plötzliche Auftreten einer sehr rote Masse auf der Nickhaut am
inneren Augenwinkel: das ist die vorgefallene Drüse, die nach leichter
Massage des Augenwinkels auch spontan wieder an ihren Platz
zurückkehren kann. Allerdings ist dieser Zustand nur von kurzer Dauer,
und die Drüse fällt immer wieder vor. Die einzige Möglichkeit den
Drüsenvorfall zu beheben, besteht in einer Operation.
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Was macht der Tierarzt?
Der Tierarzt wird ohne Schwierigkeit eine klare Diagnose stellen
können, und dem Hund erst einmal eine antibiotische und
entzündungshemmende Augensalbe (oder -Tropfen) verschreiben, mit der
der Hund 3 Tage vor der OP behandelt wird. Die OP erfolgt in
Vollnarkose, und besteht darin durch einen Einschnitt in die Nickhaut
eine Tasche freizupräparieren, in die die Tränendrüse zurückverlagert
wird. Diese Tasche wird mit resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen,
so dass ein Fädenziehen nicht notwendig ist. Post-operativ wird die
lokale Behandlung mit der vorher angewandten Augensalbe weitergeführt,
eventuell durch eine orale Behandlung ergänzt.
Damit der Hund sich nicht am Auge kratzt und verletzt, muss er in den
10-15 Tagen nach dem Eingriff einen Halskragen tragen.
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| Sicht auf die Innenseite der
Nickhaut mit der vorgefallenen Drüse |
Versenkung
der Drüse in die Nickhauttasche, die verschlossen wird |
die Tasche ist verschlossen,
die Drüse wieder an ihrem Platz |
...die OP
ist fertig! |
Diese Technik ist sehr einfach und kann von den allermeisten Tierärzten
durchgeführt werden. Sie hat den Vorteil, dass die Tränendrüse
vollständig erhalten bleibt. Je früher der Vorfall der Nickhautdrüse
behandelt wird, umso besser sind die Erfolgschancen. Dennoch können
auch mal Rezidive
vorkommen, die eine erneute Operation benötigen. Sollte es zu schnell
oder zu oft zu Rezidiven kommen, wird der Tierarzt vielleicht in
Erwägung ziehen, einen Teil der Drüse zu entfernen. Dies ist durchaus
möglich, aber da die Hardersche Drüse ca. 30% der Tränenflüssigkeit
produziert, hat ihre teilweise Resektion zur Folge, dass dem Hund
lebenslang künstliche Tränenflüssigkeit ins Auge appliziert werden muss!
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