Unsere Gedanken um die Zucht |
Vorwort Auf dieser Seite werden Sie einige unserer Ideen und Überzeugungen antreffen...unser Vorhaben, unsere Prioritäten und wie wir alles angehen wollen... Wir sind Neulinge auf dem Gebiet der Hundezucht, da wir erst einen einzigen Wurf vorweisen können (geboren am 27. Juni 2009), aber dennoch sind wir nicht unwissend oder gänzlich ohne Erfahrung; mein Mann und ich sind beide niedergelassenene Tierärzte - der eine in der Grosstierpraxis, der andere in der Kleintierpraxis- was erklärt, dass wir immerhin eine gute Kenntnis des Hundes, seiner Gesundheit und der Reproduktion etc. haben. Die Gesundheit unserer Hunde (vor allem derer, die wir in die Welt setzen wollen) liegt uns natürlich besonders am Herzen und so kreisen unsere Gedankengänge um weite Themen wie Genetik, Selektion, Verbesserung der Rasse hinsichtlich Gesundheit und Langlebigkeit der Dogge, und weniger bezüglich der aktuellsten Modererscheinungen, der eine Rasse und ihr Standard unterliegen können. Warum Deutsche Doggen züchten? Im heutigen Kontext, wo die Tierheime überquellen vor Hunden, drängt sich diese Frage durchaus auf! Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, wenn wir uns entschliessen, Hunde auf die Welt kommen zu lassen. Es ist schon ein grosse Verantwortung, wenn man einfach nur beschließt, einen Hund sein eigen nennen zu wollen, aber sie wächst um ein Vielfaches, wenn man der Verursacher dieser Hundeleben ist; da heißt es dann besonders aufmerksam zu sein, wenn für diese Hunde neue Familien gefunden werden müssen, damit man keinen Fehler begeht... Wir erfahren durch unsere Doggen täglich soviel Freude - mehr noch als mit unseren vorherigen Hunden - dass wir das euphorische Verlangen haben, anderen zu ermöglichen, dasselbe zu erleben ! Gleichzeitig haben wir natürlich den Ehrgeiz, vielleicht dazu beitragen zu können, die Deutsche Dogge gesünder werden zu lassen. Diese ist durch die Selektion auf immer mehr Größe und Korpulenz doch schon geschwächt, und es scheint uns wichtig, nicht das Maximum sondern das Optimum für den Hund anzustreben. Unsere letztgenannte Motivation zur Zucht ist sicherlich egoistisch: Einfach nur die Freude, von Doggen umgeben zu sein, selbst wenn dies nur auf Zeit ist bis zur Entlassung der Welpen in ihr neues Zuhause. Diese Freude sollte dann andauern durch den Austausch mit den Familien, und durch den Erhalt regelmäßiger Neuigkeiten, wie "unsere" Welpen gedeihen! Auf diesen Austausch und dauerhaften Kontakt legen wir großen Wert, hoffen dass dies auch so stattfinden wird und freuen uns darauf! Was könnte und sollte man verbessern? Als kleine Anmerkung vorneweg: die Antwort auf diese Frage stellt unsere persönliche Meinung dar. Selbst wenn wir von unseren Äußerungen überzeugt sind, gibt es natürlich grundverschiedene Ansichten und gegensätzliche Standpunkte! Jedem sollte freistehen, die Situation zu analysieren und sich eine eigene Meinung zu bilden... Wie nun unschwer zu erkennen ist, haben wir eine Vorliebe für Deutsche Doggen, die nicht zu stark im Typ stehen, nicht übermäßig riesig sind...kurzum: nicht extrem gezüchtet sind! Die Dogge ist natürlich ein Vertreter einer Riesenrasse, aber im Gegensatz zu anderen Rassen sieht der Rassestandard nur ein Mindestmaß für die Größe vor, aber keine Begrenzung nach oben! Das entspricht ein bisschen einer Einladung zur Zucht immer größerer Doggen, mit all den Problemen, die daraus folgen! Dieses Phänomen ist in einer anderen Rasse - dem Irischen Wolfshund- bekannt geworden: die Größe des Hundes ist langsam aber sicher immer weiter angstiegen, und der Hund immer ungesünder und frühsterbender geworden, so daß das heutige Zuchtziel bei dieser Rasse erneut eine etwas geringere Größe anstrebt. Warum sollte man nicht von der Erfahrung anderer profitieren? Warum sollte man nicht versuchen, unseren Doggen die Entwicklung in diesen Engpass zu ersparen? Es gibt keinen vernünftigen Grund warum nicht...deshalb haben wir uns vorgenommen Doggen zu selektionnieren, die im Rahmen des Rassestandards nicht zu Extremen neigen. Eine Deutsche Dogge soll für uns elegant bleiben, und nicht schwer und plump sein; sie muss sich deutlich von einem Mastino unterscheiden, und dies nicht nur durch ihre Größe, sondern durch die gesamte Erscheinung, das Kaliber, den gewölbten, stolzen Hals, den trockeneren Typ ohne Übermass an Haut und Lefze! Indem man Extremzucht vermeidet, verringert man auch diverse Wachstumsbeschwerden, Gelenkprobleme und gewinnt an Gesundheit und Langlebigkeit...
Andere Länder wie z.B. Deutschland haben viel größere Anforderungen an ihre Züchter: die Zuchtzulassung erfolgt -erst einmal zeitlich begrenzt- auf der Grundlage eines umfangreichen Kriterien-Kataloges, der erfüllt sein muss, und dem Hund werden für jedes Kriterium Punkte vergeben, die dann zusammengezählt werden. Wenn die Punktzahl nicht ausreichend ist, wird der Hund nicht zur Zucht zugelassen. Für die Zuchtzulassung ist ebenso die HD-Röntgenaufnahme Voraussetzung, während sie bei uns in Frankreich nur wahlweise erfolgt, und sie dann dazu dient die Quote des Hundes zu verbessern... und das ist schade. In anderen Ländern, wie Deutschland und USA, wird auch mehr Wert darauf gelegt, auf Dilatative Cardiomyopathie (DCM) zu untersuchen und die Forschung diesbezüglich voran zu treiben. Die DCM ist eine Erkrankung, die leider zu oft zur Frühsterblickeit der Dogge führen kann! Kurzum, wir haben nichts erfunden und auch nicht vom Löffel des Weisen gefuttert, sondern lassen uns ausschliesslich von unserem Fachwissen als Tierärzte inspirieren, und von der Erfahrung anderer, auch über unsere Landesgrenzen hinaus...in der Hoffnung und dem Bestreben, unser Zuchtvorhaben so gut wie nur möglich anzugehen. Die Zukunft wird uns sagen, ob wir auf dem richtigen Weg sind... |